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Tierwissen
Bezauberndes Nahaufnahmeporträt eines Mopses mit ausdrucksstarken Augen und neugierigem Blick.

Atemnot

Erschwerte oder ungewöhnliche Atmung bei Hunden und Katzen erkennen und richtig reagieren: ein Ratgeber zu Warnzeichen und Ursachen von Atemnot, die einen tierärztlichen Notfall bedeuten kann.

Auch bekannt als Dyspnoe, Atemnot, erschwerte Atmung, Atembeschwerden

Atemnot, in der Fachsprache auch Dyspnoe genannt, bedeutet, dass dein Hund oder deine Katze deutlich mehr Anstrengung braucht als normal, um Luft zu holen oder auszuatmen. Manchmal entwickelt sich das schleichend über Wochen, manchmal innerhalb weniger Minuten. In beiden Fällen solltest du schnell handeln, denn Atemprobleme bei Haustieren können sich rasant verschlimmern und lebensbedrohlich werden. Das Royal Veterinary College behandelt jedes Tier mit solchen Anzeichen als Notfall, denn schon eine kurze Verzögerung kann aus einem noch beherrschbaren Problem eine Krise machen.

Die Anzeichen sind nicht immer offensichtlich. Manchmal fällt zunächst nur auf, dass ein Tier häufiger hustet, rasselnd oder pfeifend atmet oder bei Spaziergängen schneller erschöpft ist als sonst. Wird es ernster, achte auf Folgendes:

  • Schnelles Atmen mit offenem Maul oder anhaltendes Hecheln bei einem Hund, der weder Hitze ausgesetzt noch aktiv war
  • Atmung, die sichtlich anstrengend wirkt, mit übertriebenen Bewegungen von Bauch oder Brustkorb
  • Dein Tier steht mit nach außen gedrehten Ellbogen und vorgestrecktem Hals, weil es im Liegen keine bequeme Haltung findet
  • Zahnfleisch oder Zunge verfärben sich bläulich oder grau
  • Zusammenbruch oder Kollaps

Katzen verdienen hier besondere Aufmerksamkeit. Sie verbergen Krankheiten sehr geschickt, und eine Katze, die mit offenem Maul atmet oder hechelt, tut das niemals beiläufig, das ist laut einer in AAHAs Ratgeber für Tierhalter zitierten Notfalltierärztin immer ein Grund, sofort tierärztliche Hilfe zu suchen. Hunde hecheln aus vielen harmlosen Gründen, deshalb entscheidet bei ihnen vor allem, ob sie sich noch beruhigen können, ob die Atmung übertrieben angestrengt wirkt und ob weitere Warnzeichen wie bläuliches Zahnfleisch oder Kollaps hinzukommen, ob es sich um echte Atemnot handelt.

Es gibt viele mögliche Ursachen, und oft gibt die Art der Atemnot bereits wichtige Hinweise. Erschwertes Einatmen deutet häufig auf eine Verengung im Rachen oder in der Luftröhre hin, etwa durch einen geschwollenen oder gelähmten Kehlkopf oder ein Hindernis. Erschwertes Ausatmen, besonders mit einem pfeifenden Geräusch, spricht eher für verengte untere Atemwege, wie es zum Beispiel bei Asthma bei Katzen vorkommt. Schnelle, flache Atmung kann bedeuten, dass sich Flüssigkeit oder Luft um die Lunge angesammelt hat und ihr so der nötige Raum zum Ausdehnen fehlt. Eine Mischung aus angestrengtem Ein- und Ausatmen weist dagegen oft auf ein Problem im Lungengewebe selbst hin, etwa eine Lungenentzündung oder Flüssigkeitsansammlungen, weil das Herz nicht mehr richtig pumpt. Daneben gibt es Erkrankungen, die Atemnot vortäuschen können, etwa eine schwere Blutarmut (Anämie), ohne dass tatsächlich Lunge oder Atemwege betroffen sind.

Bei einem Tier mit Atemnot verzichten Tierärztinnen und Tierärzte zunächst meist auf belastende Untersuchungen oder Handling, bis Sauerstoffgabe und manchmal ein beruhigendes Mittel den Zustand stabilisiert haben, denn das Gefühl, keine Luft zu bekommen, ist für sich genommen beängstigend und kann die Situation noch verschlimmern. Sobald das Tier stabil genug ist, helfen Röntgen, Ultraschall, Blutuntersuchungen oder eine Spiegelung der Atemwege dabei, die Ursache zu finden. Die Behandlung richtet sich dann ganz danach, was dabei herauskommt, sei es das Abpunktieren von Flüssigkeit, die Behandlung einer Infektion oder das langfristige Management einer chronischen Atemwegserkrankung. Als Tierhalterin oder Tierhalter musst du die Diagnose nicht selbst stellen. Entscheidend ist, die Anzeichen früh zu erkennen und jede auffällige Veränderung der Atmung als Grund zu sehen, dein Tier untersuchen zu lassen, im Idealfall noch am selben Tag. Die folgenden Ratgeber und Kliniken helfen dir beim nächsten Schritt.

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