
Dehydration
Dehydration entsteht, wenn Hund oder Katze mehr Flüssigkeit verlieren, als sie aufnehmen. Das beeinträchtigt die Organfunktion und erfordert rasches Handeln.
Auch bekannt als Flüssigkeitsmangel bei Hund und Katze, Austrocknung beim Hund, Austrocknung bei der Katze, Hautfaltentest beim Hund, Hautturgor-Test
Wasser macht einen großen Teil des Körpergewichts deines Tieres aus, und schon ein kleines Defizit bringt das Gleichgewicht ins Wanken. Dehydration (Flüssigkeitsmangel) entsteht, wenn dein Hund oder deine Katze mehr Flüssigkeit verliert, als er oder sie aufnimmt, etwa weil zu wenig getrunken wird oder durch Erbrechen, Durchfall, Hitzschlag, Fieber, Nierenerkrankungen oder Diabetes. Flüssigkeit transportiert Sauerstoff und Nährstoffe durch den Körper und hält die Organfunktion aufrecht. Übersteigt der Verlust die Aufnahme, sinken Blutfluss und Flüssigkeitsvolumen, wodurch Organe und Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt werden. Bleibt das unbehandelt, kann es zu Nierenbelastung, Kreislaufkollaps und in schweren Fällen zum Tod führen.
Eine leichte Dehydration wird leicht übersehen, weil Tiere sich nicht direkt "beschweren" können. Achte lieber auf eine Kombination dieser Anzeichen, statt dich auf ein einzelnes zu verlassen:
- Zahnfleisch, das sich trocken, klebrig oder pappig anfühlt statt feucht und glatt
- Zäher, fadenziehender Speichel
- Weniger Energie oder ungewöhnliche Ruhe
- Appetitlosigkeit
- Eingefallen wirkende Augen
- Haut, die sich nur langsam zurückbildet, wenn man sie vorsichtig zwischen den Schulterblättern zusammenzwickt
Letzteres, der sogenannte Hautturgor-Test (auch Hautfaltentest genannt), ist die Methode, die den meisten bekannt ist. Dabei hebt man eine Hautfalte an und beobachtet, wie schnell sie wieder flach wird. Das ist ein hilfreiches Werkzeug für die Kontrolle zu Hause, allerdings warnen Tierärztinnen und Tierärzte, dass er nicht unfehlbar ist. Eine Dehydration unter 5 % lässt sich bei einer körperlichen Untersuchung praktisch nicht erkennen, und wenn der Verlust der Hautelastizität ab etwa 6 bis 8 % sichtbar wird, hat das Tier bereits eine beträchtliche Menge Körperwasser verloren. Auch Alter und Körperzustand können den Test verzerren: Übergewichtige Tiere können trotz Dehydration ein trügerisch normales Ergebnis zeigen, während sehr schlanke oder ältere Tiere auch dann eine bleibende Hautfalte zeigen können, wenn sie eigentlich gut versorgt sind. In der Tierarztpraxis wird der Hautfaltentest deshalb mit weiteren Untersuchungen kombiniert: der Feuchtigkeit des Zahnfleischs, der kapillären Füllungszeit (wie schnell die Farbe zurückkehrt, nachdem man auf das Zahnfleisch gedrückt hat), der Augenstellung und manchmal auch Bluttests, um ein klareres Bild zu bekommen.
Katzen verdienen hier eine besondere Erwähnung. Viele haben von Natur aus einen geringen Trinkdrang und nehmen deshalb oft nicht genug Wasser von selbst auf. Dadurch kann sich eine Dehydration schleichend entwickeln, besonders bei Katzen mit Nierenerkrankungen oder solchen, die hauptsächlich Trockenfutter fressen. Nassfutter füttern, mehrere breite, flache Wassernäpfe aufstellen und das Wasser stets frisch halten helfen dabei, die Trinkmenge zu steigern.
Wenn du mehrere der oben genannten Anzeichen bemerkst, besonders zusammen mit Erbrechen, Durchfall, Antriebslosigkeit oder Hitzeeinwirkung, solltest du lieber gleich deine Tierärztin oder deinen Tierarzt anrufen, statt abzuwarten, ob sich die Lage von selbst verbessert. Leichte Fälle lassen sich manchmal zu Hause mit kleinen, häufigen Schlucken Wasser in den Griff bekommen, aber Hunde mit starker Dehydration brauchen in der Regel eine Infusionstherapie über die Vene, um sicher wieder Flüssigkeit aufzubauen. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann am besten einschätzen, wie stark dein Tier dehydriert ist und was tatsächlich die Ursache dafür ist. Betrachte Dehydration weniger als eigenständiges Problem, sondern eher als Warnsignal dafür, dass etwas anderes, sei es Hitze, eine Erkrankung oder eine zugrunde liegende Störung, Aufmerksamkeit braucht.


