
Gewichtsverlust
Umfasst sowohl geplanten Gewichtsverlust bei übergewichtigen Haustieren als auch ungewollten Gewichtsverlust, der auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen kann.
Auch bekannt als Gewichtsverlust bei Hund und Katze, Ungewollter Gewichtsverlust beim Haustier, Abnehmen beim Hund, Abnehmen bei der Katze, Übergewicht bei Haustieren
Gewichtsverlust bei Haustieren begegnet dir in zwei ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, und es lohnt sich zu wissen, um welchen es gerade geht. Der eine ist geplanter Gewichtsverlust bei einem Tier mit zu viel Körperfett, der andere ist ungeplanter Gewichtsverlust, der von selbst auftritt und ein Warnsignal für eine Erkrankung sein kann. Beide verdienen Aufmerksamkeit, nur aus entgegengesetzten Gründen.
Übergewicht ist bei Haustieren extrem verbreitet. Laut einer Umfrage der Association for Pet Obesity Prevention aus dem Jahr 2022 galten 59 % der Hunde und 61 % der Katzen als übergewichtig oder adipös (also stark übergewichtig). Das Problem dabei: Die meisten Halterinnen und Halter nehmen das gar nicht wahr. Dieselbe Umfrage ergab, dass nur 39 % der Hundehalter und 45 % der Katzenhalter ihr Tier überhaupt als übergewichtig einschätzten, obwohl klinische Daten zeigen, dass mehr als die Hälfte der Hunde und Katzen zu viel Körperfett hat. Diese Kluft ist bedeutsam, denn überschüssiges Gewicht ist mehr als eine Frage der Optik. Es erhöht das Risiko für Gelenkprobleme, Diabetes, Herz- und Atemwegserkrankungen und kann die Lebenserwartung verkürzen: Übergewicht wurde mit einer Verkürzung der Lebenszeit um bis zu zweieinhalb Jahre in Verbindung gebracht. Wenn eine Tierärztin oder ein Tierarzt darüber spricht, einem Tier beim Abnehmen zu helfen, arbeitet sie oder er meist mit dem sogenannten Body Condition Score, einer Einschätzung durch Abtasten, die zeigt, wie leicht sich die Rippen fühlen lassen und ob eine Taille erkennbar ist. Das ist aussagekräftiger als die Zahl auf der Waage allein, denn diese verrät nicht, wie viel davon Fett und wie viel Muskelmasse ist.
Ungeplanter Gewichtsverlust ist das genaue Gegenteil und verdient genauso viel Aufmerksamkeit. Wenn ein Tier ohne bewusste Futterumstellung oder mehr Bewegung an Gewicht verliert, ist das oft ein unerwünschtes Zeichen für eine Erkrankung, besonders wenn der Verlust schnell auftritt oder mehr als etwa 10 % des Körpergewichts ausmacht. Die möglichen Ursachen sind vielfältig: von Zahnschmerzen, die das Fressen unangenehm machen, über Parasiten, Magen-Darm-Erkrankungen, Schilddrüsen- oder andere Hormonstörungen bis hin zu Nieren- oder Lebererkrankungen und in manchen Fällen Krebs. Katzen sind besonders geschickt darin, Krankheiten zu verstecken, sodass ein schleichender Gewichtsverlust manchmal der einzige äußerlich erkennbare Hinweis darauf ist, dass etwas nicht stimmt.
Diese Anzeichen sprechen dafür, dass ungeplanter Gewichtsverlust tierärztlich abgeklärt werden sollte, statt erst einmal abzuwarten:
- Gewichtsverlust ohne Veränderung von Futter oder Bewegung
- Gewichtsverlust zusammen mit Erbrechen, Durchfall, vermehrtem Durst oder Harnabsatz oder Antriebslosigkeit
- Kauprobleme, Mundgeruch oder Widerwillen beim Fressen
- Neue Knoten, Schwellungen oder Beulen, die zusammen mit dem Gewichtsverlust auffallen
Egal in welche Richtung sich die Waage bewegt, der sinnvolle erste Schritt ist immer derselbe: Lass dein Tier bei einer Tierärztin oder einem Tierarzt wiegen und den Body Condition Score bestimmen, statt dich nur auf den Eindruck von zu Hause zu verlassen. Von dort aus lässt sich klären, ob ein Ernährungs- und Bewegungsplan zum sicheren Abnehmen sinnvoll ist oder ob eine diagnostische Abklärung nötig ist, um die Ursache für den von selbst auftretenden Gewichtsverlust zu finden. Die folgenden Ratgeber gehen näher auf beide Seiten dieses Themas ein.


