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Tierwissen
Nahaufnahme eines schwarzen Hundes, der von einem Tierarzt mit Handschuhen untersucht wird.

Kollaps

Ein Kollaps ist der plötzliche Verlust der Körperkraft, bei dem ein Tier zusammenbricht. Ursachen reichen von Ohnmacht über Krampfanfälle bis zu Herzerkrankungen, immer ist eine sofortige tierärztliche Untersuchung nötig.

Auch bekannt als Kollaps bei Hund und Katze, Plötzlicher Zusammenbruch beim Tier, Ohnmacht beim Hund, Synkope bei Tieren, Kreislaufkollaps beim Haustier

Ein Kollaps bedeutet, dass dein Tier plötzlich die Kraft verliert, sich auf den Beinen zu halten, und zu Boden geht, manchmal mit vollständigem Bewusstseinsverlust, manchmal ohne. Für Tierhalter ist das einer der beängstigendsten Momente überhaupt, und das aus gutem Grund: Ein Kollaps gilt immer als tierärztlicher Notfall, selbst wenn dein Hund oder deine Katze innerhalb von Sekunden wieder völlig normal wirkt.

Was im Körper tatsächlich passiert, kann sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist ein Kollaps eigentlich ein Symptom und keine eigenständige Diagnose. Tierärzte unterscheiden dabei grob zwei große Gruppen. Die eine ist die Synkope, also eine Ohnmacht, die entsteht, wenn die Durchblutung des Gehirns kurzzeitig zu stark abfällt, meist wegen eines Problems mit dem Herzen oder dem Kreislauf. Die andere ist ein Krampfanfall (Epilepsie-Anfall), der durch eine plötzliche Fehlfunktion der elektrischen Aktivität im Gehirn ausgelöst wird und nichts mit dem Kreislauf zu tun hat. Die beiden zu unterscheiden ist wichtig, weil die Ursachen und Behandlungen völlig verschieden sind, auch wenn sie für einen Beobachter im ersten Moment sehr ähnlich aussehen können.

Ein paar Anhaltspunkte können helfen, die Ursache einzuordnen, wobei nur eine tierärztliche Untersuchung mit entsprechender Diagnostik wirklich Klarheit bringt:

  • Ohnmachtsanfälle treten häufig während oder direkt nach körperlicher Anstrengung, Aufregung oder einem Hustenanfall auf. Meist steht das Tier nach ein bis zwei Minuten wieder auf.
  • Krampfanfälle passieren eher in Ruhephasen und gehen oft mit Muskelsteifheit, ruderartigen Bewegungen der Gliedmaßen und Speichelfluss einher. Danach folgt eine längere, benommene Erholungsphase, die von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden dauern kann.
  • Ein Tier, das gerade ohnmächtig wird, kann zwar die Beine bewegen, das ist aber meist nur der Versuch, wieder aufzustehen, und nicht das rhythmische Rudern, wie man es bei einem Krampfanfall sieht.

Neben Ohnmacht und Krampfanfällen kann ein Kollaps auch durch eine ganze Reihe weiterer Probleme ausgelöst werden: niedriger Blutzucker, Herzerkrankungen, Atemprobleme, starke Schmerzen, innere Blutungen, eine Addison-Krise (eine lebensbedrohliche Nebenniereninsuffizienz) oder ein Hitzschlag. Bei älteren Hunden kann plötzliche Schwäche oder ein Kollaps manchmal auf innere Blutungen durch einen gerissenen Tumor wie ein Hämangiosarkom hinweisen, ein Zustand, der sich sehr schnell verschlechtern kann. Es gibt sogar eine eigene, belastungsbedingte Form, die vor allem bei Labrador Retrievern vorkommt und mit einer genetischen Mutation zusammenhängt, die die Nervenweiterleitung bei intensiver Belastung beeinträchtigt.

Weil die möglichen Ursachen Herz, Lunge, Gehirn, Blut und Hormonhaushalt betreffen können, braucht es meist eine gründliche tierärztliche Abklärung: eine körperliche Untersuchung, Blutwerte und häufig ein EKG oder bildgebende Verfahren, wobei genau das, was du vor, während und nach dem Anfall beobachtet hast, die Diagnose entscheidend erleichtert. Deshalb ist es als Halterin oder Halter besonders hilfreich, sich Details zu merken: Was hat dein Tier unmittelbar davor gemacht, wie lange dauerte der Anfall, und war es dabei bei Bewusstsein und hat seine Umgebung wahrgenommen? Wenn dein Tier kollabiert ist, selbst wenn es Minuten später wieder völlig fit wirkt, solltest du es tierärztlich untersuchen lassen, statt abzuwarten, ob es sich wiederholt.

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