
Notfallvorsorge
Was Notfallvorsorge für Haustiere bedeutet und welche Vorräte, Unterlagen und Planung dein Haustier in einer Katastrophe schützen.
Auch bekannt als Notfallplan für Haustiere, Haustier-Notfallplan, Katastrophenvorsorge für Haustiere, Notfallvorsorge für Hund und Katze, Evakuierungsplan für Haustiere
Notfallvorsorge für Haustiere bedeutet, dass du Futter, Wasser, medizinische Unterlagen, Kennzeichnung und Transport geregelt hast, bevor ein Feuer, Hochwasser, Unwetter oder eine Evakuierungsanordnung eintritt, damit dein Tier dich sicher und schnell begleiten kann. Die AVMA beschreibt einen Notfallplan für Haustiere als festen Ablauf: pack eine Evakuierungstasche für dein Tier, organisiere eine Notunterkunft, prüfe die Kennzeichnung und überlege dir, wie du dein Tier transportierst. Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilt die Vorsorge in offizielle Dokumente, Vorräte an Futter und Medikamenten sowie tierartspezifische Transportausrüstung ein.
Das ist wichtig, denn Menschen ohne Plan können in die Lage geraten, sich zwischen dem Zurücklassen ihres Tieres und dem Missachten einer Evakuierungsanordnung entscheiden zu müssen. Studien zu Evakuierungen bringen eine erzwungene Trennung vom Haustier mit Depressionen und posttraumatischem Stress bei den Halterinnen und Haltern in Verbindung. Manche versuchen, in Katastrophengebiete zurückzukehren, um zurückgelassene Tiere zu retten, und gefährden damit sich selbst und die Einsatzkräfte. Eine rechtzeitige Evakuierung von Haustieren verringert außerdem Risiken für die Gemeinschaft durch entlaufene Tiere, etwa Bissverletzungen und die Ausbreitung von Krankheiten.
Beginne mit einer Notfalltasche, die du in der Nähe eines Ausgangs aufbewahrst. Die AVMA empfiehlt Trocken- oder Nassfutter für drei bis sieben Tage und Wasser für mindestens sieben Tage in einem wasserdichten, gut tragbaren Behälter. Die CDC rät dazu, schrittweise einen Vorrat an Futter und Wasser für zwei Wochen anzulegen. Das Veterinary Medical Centre der University of Saskatchewan nennt etwa vier Liter Wasser pro Hund und Tag und einen Liter pro Katze und Tag. Halte verschreibungspflichtige Medikamente für mindestens zwei Wochen mit schriftlichen Dosierungsanweisungen vor, Vorräte gegen Flöhe, Zecken und Herzwürmer für einen Monat sowie Kopien von Impf- und Mikrochip-Unterlagen in einem wasserdichten Beutel. Eine grundlegende Erste-Hilfe-Ausrüstung für Haustiere enthält Kochsalzlösung, Isopropylalkohol, Mullbinden, selbsthaftende Verbände, Verbandsschere, antibiotische Salbe, Latexhandschuhe, Pinzette und einen weichen Maulkorb. Prüfe und erneuere die Ausrüstung alle sechs bis zwölf Monate, damit nichts abgelaufen ist.
Transport und Kennzeichnung hängen von der Tierart ab. Katzen brauchen eine stabile Transportbox, eine Einweg-Katzentoilette, Katzenstreu und eine Schaufel. Hunde brauchen eine zusätzliche Leine, ein Geschirr, Kotbeutel und einen Maulkorb. Halsbandmarken allein genügen nicht, denn Halsbänder können reißen oder abrutschen. Ein registrierter Mikrochip mit aktuellen Kontaktdaten ist deshalb die dauerhafte Absicherung. Öffentliche Notunterkünfte für Menschen nehmen Tiere nicht automatisch auf. Suche daher schon jetzt nach tierfreundlichen Hotels, Pensionen oder Verwandten, die dein Tier aufnehmen können. Lass ein Haustier niemals mit zusätzlichem Futter und Wasser zurück. Unbeaufsichtigte Tiere riskieren Ertrinken, Vergiftungen, Verletzungen oder eine tödliche Rauchvergiftung. Gib im Notfall niemals Schmerzmittel für Menschen wie Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin; sie sind für Hunde und Katzen hochgiftig.
Die Vorsorge sieht in vielen Ländern ähnlich aus, mit einigen regionalen Unterschieden. In den USA verlangt der Pets Evacuation and Transportation Standards Act, dass lokale Notfallpläne Haustiere einbeziehen. Das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt Haushalten, Vorräte für bis zu zehn Tage einschließlich Tierfutter anzulegen und eine Notfalltasche mit Futter für ein bis zwei Tage, einer Leine und dem Impfpass des Tieres zu packen. In Österreich betonen Tierschutz Austria und der Österreichische Tierschutzverein, dass die Registrierung des Mikrochips in der nationalen Heimtierdatenbank aktuell gehalten werden muss. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt hilft dir, diese Grundlagen an dein Tier anzupassen.


