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Tierwissen
Nahaufnahme eines Tierarztes, der einem Hund im Innenbereich ins Bein spritzt, mit Fokus auf Pflege und Präzision.

Diabetes Mellitus

Eine Stoffwechselerkrankung bei Hunden und Katzen, die durch zu wenig Insulin oder eine verminderte Insulinwirkung entsteht. Sie führt zu hohem Blutzucker und erfordert meist eine lebenslange Behandlung, bei manchen Katzen ist mit intensiver Therapie sogar eine Remission möglich.

Auch bekannt als Zuckerkrankheit bei Hund und Katze, Diabetes bei Hund und Katze, Insulinmangel bei Haustieren, Katzendiabetes, Hundediabetes, Blutzuckerkrankheit beim Tier

Diabetes mellitus entsteht bei Haustieren, wenn der Körper entweder nicht genug Insulin bildet oder nicht richtig darauf reagiert. Insulin ist das Hormon, das dafür sorgt, dass Glukose (Zucker) aus dem Blut in die Zellen gelangt und dort als Energie genutzt werden kann. Funktioniert das nicht richtig, staut sich der Zucker gefährlich im Blut, während die Körperzellen gleichzeitig quasi verhungern.

Hunde und Katzen entwickeln diese Erkrankung auf deutlich unterschiedliche Weise, das ist gut zu wissen, sobald die Diagnose im Raum steht. Bei Hunden entsteht Diabetes meist durch eine dauerhafte Schädigung der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, oft im Zusammenhang mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Deshalb brauchen die meisten diabetischen Hunde lebenslang Insulin, um stabil zu bleiben. Katzen entwickeln häufiger eine Form, die dem Typ-2-Diabetes beim Menschen ähnelt: Der Körper produziert zwar noch etwas Insulin, aber die Zellen sprechen nicht mehr richtig darauf an, ein Zustand, den man Insulinresistenz nennt. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn er bestimmt, was Halterinnen und Halter realistisch erwarten können: Mit schneller, intensiver Behandlung kann bei einem beachtlichen Teil der diabetischen Katzen eine Remission eintreten, das heißt, sie kommen ganz ohne Insulin aus. Bei Hunden ist das dagegen selten. Die Angaben zur Remissionsrate bei Katzen schwanken je nach Studienaufbau und Intensität der Behandlung recht stark, sie liegen etwa zwischen 17 und 60 Prozent, wobei der untere Bereich als verlässlicher gilt. Auch Katzen, die eine Remission erreichen, brauchen weiterhin regelmäßige Kontrollen, denn die Erkrankung kann zurückkehren.

Die Warnzeichen ähneln sich bei beiden Tierarten, sind aber nicht identisch. Halterinnen und Halter bemerken meist zuerst:

  • Deutlich vermehrtes Trinken und Urinieren
  • Heißhunger bei gleichzeitigem, unerklärlichem Gewichtsverlust, weil der Körper den aufgenommenen Zucker nicht nutzen kann und stattdessen Muskeln und Fett abbaut
  • Müdigkeit, Schwäche oder weniger Lust auf Spielen und Spaziergänge
  • Bei Katzen zeigt sich manchmal statt gesteigertem Hunger sogar ein verminderter Appetit, anders als bei Hunden

Tierärztinnen und Tierärzte stellen die Diagnose Diabetes über Blut- und Urinuntersuchungen. Dabei achten sie vor allem auf dauerhaft erhöhten Blutzucker sowie Zucker im Urin. Bei Katzen kann Stress den Blutzucker vorübergehend ebenfalls in die Höhe treiben, deshalb greifen Tierärztinnen und Tierärzte oft auf einen längerfristigen Marker namens Fruktosamin zurück oder wiederholen die Messung, um einen falschen Alarm auszuschließen.

Bleibt Diabetes unbehandelt, schädigt der chronisch erhöhte Blutzucker mit der Zeit Organe, Nerven und Gewebe. Wer die Erkrankung früh erkennt und rasch mit der Behandlung beginnt, verschafft seinem Tier spürbar bessere Aussichten auf ein langes, gutes Leben. Die Behandlung besteht fast immer aus Insulinspritzen in Kombination mit einer angepassten Ernährung. Wie das Management konkret aussieht, hängt davon ab, ob ein Hund auf eine stabile, lebenslange Einstellung eingestellt wird oder ob bei einer Katze intensiv auf eine mögliche Remission hingearbeitet wird. Das musst du nicht allein herausfinden: Deine Tierärztin oder dein Tierarzt stimmt Kontrollplan, Insulinart und Futterplan genau auf dein Tier ab, und die folgenden Ratgeber gehen darauf im Detail ein.

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