
Durchfall
Durchfall bei Haustieren bedeutet weicheren, wässrigeren oder häufigeren Kotabsatz, von einer harmlosen Verdauungsverstimmung bis hin zum Anzeichen einer ernsten Erkrankung.
Auch bekannt als Weicher Kot, Verdauungsstörung, Magen-Darm-Verstimmung
Durchfall bedeutet einfach, dass dein Tier weicheren, wässrigeren oder häufigeren Kot absetzt als sonst. Er zählt zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch: Daten aus britischen Tierarztpraxen zeigen, dass etwa jeder zwölfte Hund jährlich mit einer akuten Durchfallepisode diagnostiziert wird, und in den meisten Fällen reicht ein einziger Praxisbesuch, bis sich die Symptome wieder legen. So verbreitet und oft harmlos Durchfall auch ist, er kann viel bedeuten: von einer simplen Verdauungsverstimmung bis zu einer ernsten Grunderkrankung. Herauszufinden, um welche der beiden Möglichkeiten es sich handelt, entscheidet darüber, wie die Behandlung aussehen sollte.
Tierärztinnen und Tierärzte unterteilen Durchfall meist danach, wie lange er schon andauert und aus welchem Darmabschnitt er vermutlich stammt. Dauert der Durchfall weniger als zwei Wochen, spricht man von akutem Durchfall, alles darüber hinaus gilt als chronisch und braucht in der Regel eine gründlichere Abklärung. Auch die Herkunft im Darm spielt eine Rolle: Durchfall aus dem Dünndarm geht oft mit größeren Kotmengen, möglichem Gewichtsverlust und Erbrechen im Zusammenhang mit der Futteraufnahme einher. Durchfall aus dem Dickdarm zeigt sich dagegen eher durch kleinere, aber häufigere Kotabsätze, Pressen beim Kotabsatz, Schleimauflagerungen oder frisches Blut. Anhand dieses Musters und deiner Beschreibung des Kots kann die Tierärztin oder der Tierarzt die möglichen Ursachen eingrenzen, noch bevor Untersuchungen durchgeführt werden.
Die möglichen Ursachen sind vielfältig. Häufige Auslöser kurzer Episoden sind Fressen von etwas Ungeeignetem (das sogenannte Diätfehler), ein plötzlicher Futterwechsel, Futterunverträglichkeiten, Darmparasiten sowie bakterielle oder virale Infektionen. Durchfall kann aber auch Symptom einer Erkrankung sein, die gar nicht im Darm selbst liegt, etwa der Nieren, der Leber oder des Hormonhaushalts. Deshalb ist bei anhaltendem oder schwerem Durchfall eine umfassendere Blutuntersuchung sinnvoll, nicht nur eine Kotprobe. Besonders chronischer Durchfall fällt häufig unter das, was als chronisch-entzündliche Enteropathie bezeichnet wird, ein Sammelbegriff für anhaltende Darmentzündungen. Die gute Nachricht dabei: viele betroffene Hunde bessern sich schon deutlich durch eine Futterumstellung, ganz ohne intensivere Behandlung.
Die meisten leichten, unkomplizierten Fälle klingen von selbst ab, wenn man das Tier unterstützend begleitet. Aktuelle tierärztliche Leitlinien raten sogar ausdrücklich davon ab, bei Hunden mit leichtem bis mittelschwerem Durchfall Antibiotika einzusetzen, selbst wenn Blut im Kot zu sehen ist. Der Grund: Antibiotika beheben nicht die eigentliche Ursache und können die Darmflora zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringen. Es gibt allerdings Anzeichen, bei denen du dein Tier lieber vorstellen solltest, statt abzuwarten:
- Durchfall mit deutlich sichtbarem frischem Blut oder schwarzem, teerartigem Kot
- anhaltendes Erbrechen zusätzlich zum Durchfall
- Mattigkeit, verminderter Appetit oder ein geschwollener bzw. schmerzhafter Bauch
- Durchfall, der länger als ein paar Tage andauert oder immer wiederkehrt
- jeder Durchfall bei sehr jungen, alten oder bereits kranken Tieren
Bei einem Tierarztbesuch wird dein Tier gründlich untersucht, der Flüssigkeitshaushalt kontrolliert und bei Bedarf werden Kot- oder Blutproben untersucht, um die tatsächliche Ursache zu klären, statt nur zu raten. Die folgenden Beiträge gehen genauer auf einzelne Ursachen, den diagnostischen Weg und die Behandlungsmöglichkeiten ein.



